Philosophie der Wolken Somit zeigt sich seit Urzeiten eine sich in unzählige Zyklen gestaffelte Himmelsdynamik, die auf unerschöpflich vielfältige Weise das Leben als Ganzes in seinen unzähligen Facetten widerspiegelt. Seitdem die Erde von einer Spezies bevölkert ist, die zu tiefgründiger Reflexion über sich und ihre Umwelt befähigt ist, und sich folglich philosophische und religiöse Denk- und somit auch Gesellschaftsstrukturen entwickelt haben, nehmen die Himmelserscheinungen, und dies sind neben den beiden Hauptgestirnen Sonne und Mond eben die Wolken, die gleichwohl mit dem Regen das Leben, aber ebenso auch mit Sturm, Blitz und Hagel auch den Tod bringen können, einen zentralen Platz im Erleben der Menschen ein. So nimmt es nicht wunder, dass sich viele theologische Konstrukte auf das Zusammenspiel der verschiedenen Wettererscheinungen und dem alltäglichen Leben, sowie dem Bestreiten des Lebensunterhalts, der für den Menschen über viele Jahrzehntausende unmittelbar vom Wetter abhing, bezug nahmen. Nahezu alle heute bekannten und erforschten Hochkulturen hatten und haben, sofern noch nicht durch die so genannte westliche, postmoderne Zivilisation in ihrem Wesen entstellt, eine immanente Beziehung zu den Abläufen in der Atmosphäre, sowie zu ihrer gesamten natürlichen Umwelt. Der heutige, postmoderne Mensch hat diesen Bezug durch die ,Erleichterungen‘ der Technik weitgehend verloren. Er ist abgeschirmt durch eine solide Behausung. Er ist in seiner oft rastlosen Mobilität zu Lande, zu Wasser und in der Luft zumeist nicht wesentlich durch das Wetter eingeschränkt; und falls dies dennoch einmal durch einen Sturm geschieht, nehmen wir dies allenfalls lästige Störung im Zeitplan wahr. Die radikale Abkehr der momentan in der Weltpolitik und -wirtschaft federführenden Teile der Menschheit von einer ganzheitlichen und umweltbewußten Lebensweise haben im Verlauf der letzten 200 Jahre und insbesondere ab der Mitte des 20. Jahrhunderts zu einer bedenklichen Situation, hinsichtlich der Klimaentwicklung geführt. Der anhaltende Eintrag von Treibhausgasen, allen voran CO2, durch die massive Verbrennung fossiler Brennstoffe, stellt nach wie vor eine gefährliche Bedrohung für die Erde dar. Eine besonnene Rückerinnerung auf die ganzheitliche Lebensweise der Naturvölker im Einklang mit den technischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen unserer Zeit, sollte einen nachhaltigen Schritt in die richtige Richtung für den Einzelnen, sowie für die Menschheit darstellen. |